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Kompetenzprofile

Indem die Leitenden am Leben in Jungwacht Blauring teilhaben und Ausbildungskurse absolvieren, erwerben sie verschiedene Kompetenzen, die für das Leben in der Gruppe und der Natur sowie für das Gestalten von Jubla-Aktivitäten benötigt werden. Diese Kompetenzen werden im Kompetenzprofil aufgezeigt.


Kompetenzprofil

Das Kompetenzprofil ist ein Instrument zur Förderung und Qualifikation der Teilnehmenden. Es dient zur Selbst- und Fremdeinschätzung der Kompetenzen. Die Kompetenzen setzen sich zusammen aus den Voraussetzungen (beschrieben in den Kursprofilen) und den Kurszielen (beschrieben im Stoffprogramm).

Den Teilnehmenden wird möglichst keine schriftliche Beurteilung mit nach Hause gegeben, da die Einschätzung der Kompetenzen eine Momentaufnahme darstellt und in einem Gespräch die Beobachtungen verständlicher mitgeteilt werden können.

Die Kompetenzen bauen über die verschiedenen Kursstufen aufeinander auf. Da dies je nach Kompetenz etwas anders aussieht, wurde das unterschiedlich gekennzeichnet:

  • Bei den Persönlichen Kompetenzen gibt es bewusst schriftliche Wiederholungen über die Kursstufen, da sich die Rolle/Aufgabe verändert. Es geht dabei um die eigene Person und diese entwickelt sich mit den neuen Rollen/Aufgaben weiter («Kompetenz passt sich der Rolle an»).

  • Bei den Leitungs- und Fachkompetenzen gibt es keine schriftlichen Wiederholungen. Falls Kompetenzen der vorhergehenden Stufe zählen und sich diese nicht verändert, sind sie mit einem Stern* gekennzeichnet.

  • Ansonsten wird davon ausgegangen, dass die vorher gehenden Kursstufen besucht wurden und diese Kompetenzen da erworben wurden.

Das Kursprogramm auf den jeweiligen Ausbildungsstufen ist so zu gestalten, dass die Kompetenzen erworben, vertieft und/oder erweitert werden können. In einem Ausbildungskurs können nicht alle Kompetenzen gleichermassen beachtet werden. Daher ist es nötig, Schwerpunkte zu setzten und diese während der Gestaltung des Kursprogramms zu fokussieren.

Die Kompetenzen sind abhängig von der Persönlichkeit und der aktiven Teilnahme des Teilnehmenden. Für eine umfassende Beurteilung sind diese Kompetenzen relevant, sollen jedoch immer individuell auf den*die einzelnen Kursteilnehmenden betrachtet werden. Ein Beispiel ist die Kompetenz "Kontaktfähig sein". Die einen Teilnehmenden sind von der Persönlichkeit her eher still, die anderen suchen gerne den Kontakt.

Ein weiterer Teil der Kompetenzen ist im Ausbildungskurs nur schwer überprüfbar. Trotzdem sind diese von Bedeutung, um die des Kursabschlusses entsprechenden Aufgaben wahrnehmen zu können. Beispielsweise betreffend der Kompetenz "Kommunikation" kann im Kurs nur schwierig überprüft werden, wie eine Leitungsperson Informationen für Kinder, Jugendliche, Eltern und weitere Beteiligte zusammenstellt und kommuniziert.

In Ausbildungskursen schätzen die Teilnehmenden sich anhand dieser Kompetenzen selbst ein und werden anhand ebendieser durch die Kursleitung fremdbeurteilt.

 

Kompetenzmatrix

Die Kompetenzmatrix ermöglicht eine gute und rasche Übersicht darüber, welche Kompetenzen das Programm abdeckt und wie die Kompetenzen gewichtet werden. Ihre Wirkung kann sie nur entfalten, wenn sich die Kursleitung bei der Erstellung intensiv mit ihr auseinandersetzt und bei der Programmdurchführung zur Hand nimmt.

In den Schnittpunkten werden Kreuze gesetzt, falls eine Kompetenz in einem bestimmten Block geübt und beurteilt werden kann. Die Kursleitung setzt sich bereits vor dem Kurs mit der Matrix auseinander. Dadurch werden allfällige Lücken klar, z.B. wenn Kompetenzen erwartet werden, diese aber nirgends in den Blöcken geübt werden können oder wenn Blöcke im Programm sind, bei denen keine der geplanten Kompetenzen geübt werden können. Die Matrix zeigt ausserdem auf, wie viel Gewicht bestimmte Kompetenzen haben: Sind bei einer Kompetenz viele Kreuze gesetzt, so ist die Gefahr gross, dass diese Kompetenz repetitiv geübt oder überbewertet wird. Die Matrix sensibilisiert somit auch für die Gewichtung der Kompetenzen.

Vor dem Kurs wird die Matrix aufgebaut: Die Programmblöcke und die Kompetenzen aus dem Kompetenzprofil werden eingetragen.

Im Kurs kann die Matrix vor den Blöcken zur Hand genommen oder direkt in die Beschreibung des Kursblockes eingetragen werden. Die Kursleitung kann sich somit vergewissern, welche Kompetenzen bei einem bestimmten Programmteil geübt oder besonders gut beobachtet werden können. Die Matrix kann ausserdem bei Programmänderungen helfen, keine Inhalte aus dem Programm zu kippen, welche für insgesamt wichtig sind.

Die Matrix kann auch Teilnehmenden helfen, die nach dem Zwischengespräch Möglichkeiten suchen, ihre Kompetenzen zu vertiefen. Die Kursleitung sieht so, ob der*die Teilnehmende die Möglichkeit hat, diese Kompetenzen noch zu üben oder ob dafür Gelegenheiten geschaffen werden müssen.


Was ist eine Kompetenz?

Eine Kompetenz besteht aus drei verschiedenen Dimensionen: Wissen, Können und Wollen. Damit Kompetenzen aufgebaut, weiterentwickelt, angewendet und sichtbar gemacht werden können, ist die Kombination aller drei Dimensionen zentral.

  • Wissen meint die Aktivierung von Gelerntem und Erfahrenem in bestimmten Situationen.

  • Können bedeutet, das erworbene Wissen in unterschiedlichen Situationen anzuwenden.

  • Wollen umfasst die Motivation und Zielorientierung, die nötig sind, um eine Aufgabe oder Herausforderung mit Antrieb zu lösen.

Kompetenzen in Jungwacht Blauring

Persönliche und Sozialkompetenz

Leitungskompetenz

Fachkompetenz


Selbsteinschätzung

Selbsteinschätzung ist die Fähigkeit, die eigene Person, seine Fähigkeiten, Talente, Möglichkeiten - aber auch Fehler, Schwächen und Grenzen realistisch einzuschätzen. Den Teilnehmenden sollen für die Selbsteinschätzung Instrumente als auch genügend Zeit zur Verfügung gestellt werden.

Zweck einer Selbsteinschätzung
Eine Selbsteinschätzung eignet sich sehr gut, um den persönlichen Fortschritt aufzuzeigen. Sie dient als Instrument, den eigenen Fokus auf bestimmte Aspekte zu legen. Ebenfalls kann sie für die Teilnehmenden und die Kulei im Kurs zur Vorbereitung der Fördergespräche hilfreich sein.

Inhalt einer Selbsteinschätzung
Die Selbsteinschätzung soll sich an den Kurszielen und den Kompetenzen des jeweiligen Kurses orientieren. Voraussetzung dazu ist, dass die Teilnehmenden die Ziele und Kompetenzen auch verstehen. Dementsprechend müssen diese vor der Selbsteinschätzung erklärt werden.

Verschiedene Formen der Selbsteinschätzung
Jenachdem, was mit einer Selbsteinschätzung erreicht werden soll, eignen sich andere Formen. Es muss nicht immer ein Beurteilungsbogen sein. Fragen wie, «Was sind deine Stärken hinsichtlich der Kursziele?» oder «Wo möchtest du besonders den Fokus drauflegen?» eignen sich sehr gut als Gedankenanstoss. Es lohnt sich, die Selbsteinschätzung durch andere Kursleitende gegenlesen und ausfüllen zu lassen. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf der Verständlichkeit der Fragen und des Auftrages liegen.

  • Fragebogen

  • Beurteilungsbogen

  • Brief an das eigene Ich

  • Spiderdiagramm

  • Zeichnung

Die Selbsteinschätzung als persönliches Instrument
Die Selbsteinschätzung ist ein Instrument und persönliches Dokument für die Teilnehmenden. Der gewünschte Effekt kann nur erreicht werden, wenn der*die Teilnehmende bereit ist, sich ehrliche Gedanken zu machen. Um dies zu erreichen, sollte im Vorfeld der Zweck der Einschätzung geklärt werden. Die Teilnehmenden bestimmen selbst, wie damit umgegangen wird. Dementsprechend bleibt die Selbsteinschätzung bei den Teilnehmenden und kann nur mit Erlaubnis der Teilnehmenden von der Kursleitung eingesehen werden.

Die Selbsteinschätzung als Gesprächsgrundlage
Die Selbsteinschätzung kann im Gespräch als Grundlage dienen. Die Kursleitung muss sich bewusst sein, dass die Teilnehmenden verschieden mit der Selbsteinschätzung umgehen und sich unterschiedlich gut einschätzen können. Oft sind die Einschätzungen sehr realistisch und in der Regel eher selbstkritisch.


Downloads

Kompetenzprofil und Kompetenzmatrix

 


Selbsteinschätzung


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