J+S-Aktivitäten

Willkommen auf jubla.netz! Zur Anleitung

J+S-Aktivitäten



Hier findest du Infos und die Planungshilfe für J+S-Aktivitäten für Lager ab dem Jahr 2027. Für Lager, welche im Jahr 2026 stattfinden, scrolle bitte nach unten.

Ziele der J+S-Aktivitäten

J+S-Aktivitäten ermöglichen allen Teilnehmenden vielfältige Bewegungs-, Natur- und Gemeinschaftserlebnisse. Sie fördern die Freude an Bewegung, Spiel und Sport und dem draussen unterwegs sein. Durch J+S-Aktivitäten werden praxisnah Fachwissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie soziale und persönliche Kompetenzen gefördert. Sie sollen spielerisch, erlebnis- und bewegungsorientiert gestaltet sein. Die Aktivitäten sind altersgerecht und auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden abgestimmt.


Vorgaben zu J+S-Aktivitäten

Orientiere dich für die Planung von J+S-Aktivitäten an folgenden Vorgaben (Mehr dazu unter J+S-Richtlinien):

jubla.netz
J+S-Richtlinien

Vorgaben für J+S-Aktivitäten Lagersport/Trekking

  • Die J+S-Aktivitäten richten sich an alle Teilnehmenden.

  • Die J+S-Aktivitäten dauern jeweils mindestens 30 Minuten.

  • Die J+S-Aktivitäten zielen auf die Erscheinungsformen ab und orientieren sich an den Aktivitätsformen.

  • J+S-Aktivitäten sind aktiv und bewegungsorientiert zu gestalten.

  • Die Bewegungszeit ist für jede einzelne J+S-Aktivität separat auszuweisen.

  • Die J+S-Aktivitäten sind sinnvoll aufgebaut.

  • Die J+S-Aktivitäten sind auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden abgestimmt


Inhalte von J+S-Aktivitäten

J+S-Aktivitäten zielen auf eine der sechs Erscheinungsformen in Lagersport/Trekking ab:

  • Outdoor- und Lagerbautechniken wirksam anwenden

  • Sicher und vorausschauend unterwegs sein

  • Vielfältige Spiel- und Sportaktivitäten kreativ mitgestalten

  • Die eigenen Bedürfnisse und Ideen bewusst einbringen

  • Die Gemeinschaft wohlwollend stärken

  • Respektvoll mit der Natur und der Umwelt umgehen

Eine J+S-Aktivität kann sich im Bereich von einer oder auch von mehreren Erscheinungsformen bewegen. Mögliche Themen und Aktivitäten pro Erscheinungsformen findest du auf der Seite Erscheinungsformen.


Planung von J+S-Aktivitäten

Tipp

Nutze für die Aktivitätsplanung die Blockvorlage zu J+S-Aktivitäten.

1. Rahmenbedingungen klären

Bevor du mit der Planung der J+S-Aktivität beginnst, sollst du dir über die Voraussetzungen neben den J+S-Richtlinien im Klaren sein. Einige Rahmenbedingungen kannst du bestimmen, andere sind gegeben. So oder so haben sie einen Einfluss auf die J+S-Aktivität.

  • Für welche Teilnehmenden planst du den Block? Die Jüngsten? Die Ältesten? Gemischt?

  • Wie gross ist die Gruppe? Eine kleine Altersgruppe mit 5 Teilnehmenden? Ein Lager mit 30 Teilnehmenden? Oder gar ein grosses Lager mit über 80 Kindern?

  • Wo findet das Programm statt? Auf dem Lagerplatz draussen? Im Lagerhaus drinnen? Vor dem Haus? Oder vielleicht unterwegs?

  • Zu welcher Zeit führt ihr das Programm durch? Am Morgen noch müde, nach dem Mittag bei starkem Sonnenlicht oder am Abend bei Dunkelheit?

  • Wie lange dauert die Aktivität? Zwei Stunden? 45 Minuten? Zur Info: Die Mindestdauer für eine J+S-Aktivität beträgt 30 Minuten.

  • Wie gross soll der Anteil Bewegungszeit sein? Musst du für die Erfüllung im Grobprogramm eine Mindestdauer an sportlich-aktiver Bewegungszeit einhalten? Bist du frei?

Alle diese Rahmenbedingungen haben einen Einfluss auf die weitere Planung. Beachte sie dabei. In der Vorlage zur Planung einer J+S-Aktivität beantwortest du diese deshalb als Erstes.

2. Entscheide dich für eine Erscheinungsform

In Lagersport/Trekking kennen wir sechs Erscheinungsformen, welche verschiedene Themen beinhalten. Erscheinungsformen können auch miteinander kombiniert werden.

Wieso nicht mal was Neues wagen und eine Erscheinungsform ausprobieren, welcher ihr euch noch nicht so oft zugewendet habt? Oder gibt euch das Grobprogramm bereits eine oder mehrere Erscheinungsformen vor?

3. Was sind die Ziele der Aktivität

Überlege dir, was das Ziel der Aktivität ist. Welche Ziele werden durch die ausgewählte Erscheinungsform verfolgt? Was sollen die Teilnehmenden durch die Aktivität lernen?

Bei der Erscheinungsform ‘Outdoor- und Lagerbautechniken wirksam anwenden’ geht es beispielsweise explizit um die praktische Anwendung von Outdoortechniken. Ein Ziel für einen Lagerbaublock könnte sein. ‘Die Teilnehmenden können mithilfe von J+S-Leihmaterial ein Biwak zur Übernachtung erstellen.’ Dieses Ziel beinhaltet zum Beispiel das Anwenden der nötigen Knoten, das Kennen der wichtigsten Eigenschaften von Blachen oder die Auswahl eines geeigneten Platzes.

Das Ziel beeinflusst die Gestaltung deiner Aktivität.

4. Und jetzt das Wichtigste: Wie gestaltest du das Ganze?

Aktivitätsformen auswählen
Welche Aktivitäten passen zu den gewählten Erscheinungsformen, zu den Teilnehmenden und zu den Blockzielen? Wähle gezielt Spiele, Aufgaben oder Übungen aus und kombiniere diese miteinander, so dass du der ausgewählten Erscheinungsform und den Blockzielen näher kommst. Auch die Intensität der Bewegung hat einen Einfluss auf die Auswahl. Deine ganze Aktivität soll grundsätzlich aktiv- und bewegungsorientiert gestaltet sein. Damit du Bewegungszeit ausweisen kannst, müssen Teile sportlich-aktiv gestaltet werden.

Zu unserem Blockziel ‘Die Teilnehmenden können mithilfe von J+S-Leihmaterial ein Biwak zur Übernachtung erstellen.’ würden beispielsweise folgende Aktivitätsformen passen:

  • Gruppendiskussion: Was macht einen geeigneten Biwakplatz aus?

  • Suchen eines geeigneten Biwakplatzes in der Umgebung.

  • Entwurf eines Plans fürs Blachenzelt. (z.B. in Zweierteams, mithilfe des KuK.)

  • Wasserfestigkeitstest mit Blachen (beide Seiten, unterschiedliche Neigungswinkel, unterschiedliche Verbindung)

  • Spiel: Blachenknüpfwettkampf

  • Aufbau des Blachenzelts (mit Unterstützung der Leitung, direktes Lernen der Knoten am Modell)

Tipp

Wähle spielerische, praxisnahe und altersgerechte und methodisch abwechslungsreiche Aktivitätsformen. Das motiviert die Teilnehmenden, macht deine J+S-Aktivität zu einem Erlebnis und ermöglicht nachhaltiges Lernen.

Klicke auf die einzelnen Eigenschaften, um mehr zu erfahren.

Wir lernen fürs Leben – und möchten dabei Spass haben. Mit einem Mottobezug und einem roten Faden durch die J+S-Aktivität kannst du viel bewirken. Ob du startest mit «So, mer mached jetzt en J+S-Aktivität und lehred Charte läse» oder verkleidet als Piratin, mit einer Schatzkarte in der Hand und einem Hut auf dem Kopf «Wer begleitet mech ond mini Crew ufne Reis und hilft mit, de verlorni Schatz vo de Pirate zgfende?» macht schon einen gewaltigen Unterschied.
Anwenden heisst das Zauberwort. In der Jubla lernen wir durch Erlebnisse und durch das Sammeln von Erfahrungen. Wer erinnert sich nicht an sein erstes Biwak oder das erste Mal Abseilen? Besser ein Biwak aufbauen, statt die Eckdaten einer Blache auswendig lernen. Besser mit einem Kroki einen Schatz suchen, statt Signaturen lernen. Besser ein gruppendynamisches Spiel durchzuführen, statt nur darüber zu sprechen.
Die Bedürfnisse und der Entwicklungsstand der jüngsten und ältesten Teilnehmenden unterscheiden sich erheblich. Es braucht zum einen altersspezifische Aktivitäten, um den Bedürfnissen aller gerecht zu werden. Und zum anderen dürfen bei gemeinsamen Aktivitäten die Jüngsten nicht über- und die Ältesten nicht unterfordert werden: Hier kannst du inhaltlich differenzieren und z.B. unterschiedlich anspruchsvolle Posten für die verschiedenen Altersgruppen oder unterschiedliche Aufgabenstellungen vorbereiten (z.B. bei Erster Hilfe). Auch kannst du methodisch differenzieren, indem beispielsweise in altersgemischten Gruppen die ältesten Teilnehmenden Verantwortung für die Gruppe übernehmen oder den jüngeren etwas beibringen. Mehr zu den einzelnen Altersstufen: schub.schar, S. 18/19
Hier stellt sich die Frage, wie du die J+S-Aktivität gestaltest und wie die Teilnehmenden dabei etwas lernen können. Dazu gibt es verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten, folgend nur einige mögliche Ideen. Die methodischen Grundformen können in den Arrangements enthalten sein, du darfst frei kombinieren. Methodische Grundformen Darbieten: Etwas erzählen, berichten erklären oder vorlesen. Die anderen haben dabei wenig Möglichkeiten, aktiv zu werden, deshalb keine Lageraktivität damit ausfüllen. Vorzeigen und Nachmachen: Die Leitenden zeigen ein bestimmtes Verhalten (z.B. Knoten) vor, das die Teilnehmenden durch Nachahmung und Übung lernen. Diskussion: Austausch von Erfahrungen oder Meinungen. Die Leitenden übernehmen die Gesprächsleitung und beziehen alle mit ein, regen das Gespräch an. Handelndes Lernen: Die Teilnehmenden lernen durch den handelnden Umgang mit realen Gegenständen. Durch das konkrete Tun beginnen sie zu begreifen. Beispielsweise können sie Material (z.B. Holz, Zeitung, Zündhölzer) und einen Auftrag (Feuer machen) erhalten und frei handeln und experimentieren. Entdeckendes Lernen: Die Teilnehmenden suchen, finden und überprüfen Annahmen selbstständig (z.B. welches Brennmaterial erzeugt am wenigsten Rauch?). Dabei können auch Fragen der Teilnehmenden untersucht werden. Eignet sich z.B. für die Erscheinungsform Respektvoll mit der Natur und der Umwelt umgehen. Rollenspiel: Die Teilnehmenden spielen vorgegebene oder selbstbestimmte Situationen nach. Dabei kann eine Situation verdeutlicht (z.B. Regeln im Umgang mit Werkzeugen) oder eine soziale Verhaltensweise (z.B. Fairplay) erworben werden. Methodische Arrangements Werkstatt: Die Teilnehmenden können selbstständig wählen, welche Angebote sie besuchen. Das Material dafür steht zur Verfügung, einzelne Teile können von Leitenden betreut sein, andere nicht. Die Teilnehmenden können begreifen, entdecken, erleben, spielen, handeln, üben. Projekt: Die Gruppe hat ein gemeinsames Ziel innerhalb eines vorgegebenen Rahmens (z.B. Aufbau einer Hängematte im Wald mit J+S-Material). Die Gruppe plant das Vorgehen und arbeitet handlungsorientiert auf das Ziel hin. Postenarbeit: Die Teilnehmenden absolvieren mehrere Posten mit verschiedenen Themen in Kleingruppen. Interessensgruppen: Die Teilnehmenden schliessen sich zu Interessensgruppen zusammen und bearbeiten ein Thema, welches die ganze Gruppe interessiert. Wettbewerb: Die Teilnehmenden müssen eine Aufgabe nach bestimmten Kriterien lösen. Sie arbeiten in den Gruppen sozial und kooperativ zusammen, im Anschluss werden die Ergebnisse einer Jury präsentiert. Mehr zu Gestaltungsmöglichkeiten: J+S-Manual LS/T Lernziele priorisieren und Struktur schaffen

Aktivität sinnvoll strukturieren

Jede Aktivität erfordert von den Kindern und Jugendlichen ein gewisses Mass an Konzentration und Einsatz. Halte dich in der Regel an einen dreiteiligen Aufbau mit Einstieg, Hauptteil und Ausstieg.

  • Der Einstieg ermöglicht den Zugang zur Aktivität, sowohl physisch als auch mental (z. B. durch ein Aufwärmen, eine Vorstellung der Ziele, eine Konzentrationsübung, ein Motivationsspiel usw.).

  • Der Hauptteil bildet das Herzstück der Aktivität. Dabei können eine oder mehrere Aktivitätsformen zum Zug kommen.

  • Der Ausstieg ermöglicht das Beenden der Aktivität, sowohl physisch als auch mental (z. B. mit Dehnübungen, einem Fazit, einem Lob, einer Entspannungsaktivität usw.).

Gewisse Aktivitäten können insgesamt 30 Minuten dauern, andere wiederum 6 Stunden. Die Kinder und Jugendlichen benötigen regelmässig Pausen. Der dreiteilige Aufbau kann vor diesem Hintergrund situativ angepasst werden.

5. Sicherheitsüberlegungen machen

Zu jeder J+S-Aktivität gehören auch Sicherheitsüberlegungen. Manchmal sind diese kurz (z.B. Apotheke dabei haben) manchmal sind sie sehr ausführlich in einem separaten Sicherheitskonzept (z.B. bei einer Wanderung). Mehr dazu findest du unter Sicherheit.

6. Weitere Überlegungen

Weitere wichtige Überlegungen sind:

  • Welche Vorbereitungen sind wann nötig? (vor dem Lager, im Lager, vor der Aktivität)

  • Wie viele Leitungspersonen braucht es für welche Aktivität?

  • Welches Material brauchst du?

  • Welche Anpassungen sind bei schlechtem Wetter nötig?


Fertig!

Nun fehlt nur noch die Durchführung. Viel Spass dabei!

Die besten spielerischen und praxisnahen J+S-Aktivitäten dürfen gerne auf jubla.netz erfasst werden. Infos dazu findest du im Bereich Ideen einreichen.


Weitere Hilfestellungen und Inspirationsquellen


Passende Ideen


Hier findest du Infos und die Planungshilfe für Lageraktiväten und Lagersportblöcke für Lager, welche 2026 stattfinden. Für Lager, welche im Jahr 2027 stattfinden, scrolle bitte nach oben.


Lagersportblock (LS)

Ziele der J+S-Lagersportblöcken (LS)

Bei Lagersport Trekking stehen vielfältige und abwechslungsreiche Spiel- und Sportaktivitäten im Zentrum. Diese umfassen die unterschiedlichsten Sportarten, Spiel- und Bewegungsformen und Formen des Unterwegs seins. Im Zentrum stehen die Freude an vielfältiger Bewegung und das Erlebnis in der Gruppe. Die Aktivitäten werden oft mit einfachen Mitteln umgesetzt und finden typischerweise in der Natur statt. Spiel und Sport werden meist in der ganzen Lagergemeinschaft durchgeführt. Unterwegs sein findet meist in kleineren Gruppen als erlebnisorientierte Aktivität auf Unternehmungen statt.

Inhalte von Lagersportblöcken

Die nachfolgende Liste definiert, welche Aktivitäten als Lagersport (LS) angerechnet werden können. Achtung: Nicht alle Aktivitäten der Liste eignen sich für alle Altersgruppen! Neben dem Thema ist jedoch vor allem die Umsetzung der Aktivität für die Altersgruppe zentral.

Unterwegs sein

  • Wanderungen

  • Schneeschuhtouren

  • auf Rädern: Touren mit Velo, Bike, Inline Skates

  • Aktivitäten in den Sicherheitsbereichen Berg, Winter, Wasser (Jugendsportlager)

 

Sportlektionen

  • Ballspiele: Fussball, Volleyball, Unihockey, Rugby, Basketball, Baseball, Badminton, Handball

  • Trendsportarten: Slackline, Intercrosse, Lacrosse, Frisbee, Indiaca, Flag-Football, Hornussen ...

  • andere Sportarten: Tanzen, Orientierungslauf, Schwimmen, Rodeln, Skilanglauf, Eislauf, Klettern (nur an künstlichen Kletterwänden)

Spiele

 

Anmerkungen zu Lagersportblöcken

Das Ziel des Lagersportes ist weiterhin, dass sich alle Teilnehmenden aktiv in der freien Natur BEWEGEN.

 Nach der Definition darf man:

  • Biwak/Unternehmung als ganzen Block anrechnen (nicht nur Wanderung)

  • kürzere Spielblöcke (z.B. Hosensackspiele nach dem Nachmittagsprogramm) ab 30min anrechnen

  • freies Spiel* (z.B. Morgenturnen, betreute Spielkiste mit allen TN am Mittag, Ausprobieren von selbstgebauten Spiel- und Sportgeräten ...)  auch auf dem Grobprogramm ausweisen

*„Freies Spiel“ ist ein Lagersportblock, während welchem Kinder und Jugendliche sich nach Wahl vielfältig sportlich betätigen können. Die Leitungspersonen setzen eine bestimmte Zeit fest und stellen Material zur Verfügung. Die Leitenden animieren die Teilnehmenden, motivieren sie bei der Auswahl der Aktivitäten und zeigen Übungen vor. Es gibt keine aktive Spielleitung. Die Kinder und Jugendlichen können selber wählen, wie lange und mit wem sie sich bei einer Aktivität beschäftigen. Die Leitenden geben also den Rahmen vor und die Teilnehmenden bestimmen den Inhalt. Das „Freie Spiel“ mit Kindern ist eher spielerisch und experimentierend, mit Jugendlichen kann es auch Wettkampfelemente beinhalten.


Lageraktivitäten (LA)

Ziele der J+S-Lageraktivitäten (LA)

J+S-Lageraktivitäten haben Ausbildungscharakter und ermöglichen das Erwerben von Fachwissen, von Fähigkeiten und von Fertigkeiten. Sie setzten eine aktive Beteiligung aller Teilnehmenden voraus.

J+S-Lageraktivitäten tragen dazu bei, dass sich Kinder und Jugendliche in der Natur und im Lager zurechtfinden und über die nötigen Kompetenzen zur Ausübung der Sportart Lagersport/Trekking verfügen. Die Inhalte und Methoden der Lageraktivitäten sollen dem Alter und den Fähigkeiten der Teilnehmenden angepasst, möglichst praxisnah und spielerisch gestaltet werden.


Inhalte von J+S-Lageraktivitäten (LA)

Die nachfolgende Liste definiert, zu welchen Themenbereichen J+S-Lageraktivitäten durchgeführt werden können. Die Beispiele dienen zur Orientierung und sind keine abschliessende Liste!

Achtung: Nicht alle Aktivitäten der Liste eignen sich für alle Altersgruppen! Neben dem Thema ist jedoch vor allem die Umsetzung der Aktivität für die Altersgruppe zentral.

Outdoortechniken

  • Wanderplanung (Rucksack packen, Wanderung mit Kindern planen)

  • Kartenlesen (NORDA-Spiele, Schnitzeljagd mit Karte, OL ohne sportliche Tätigkeit)

  • Krokieren (Schatzsuche mit Kroki, Kroki mit Naturmaterial)

  • Hilfsmittel (Kompass z.B. Blindflug, Rückwärtseinschneiden, Anpeilen, GPS z.B. Geocaching, Ausbildungsstopp auf der Wanderung zum Thema Höhenmeter)

  • Orientieren im Gelände (OL, NORDA)

Sicherheit

  • Sicherheit bei Aktivitäten im Lager (gemeinsame Regelbestimmung hinsichtlich Programmblock)

  • Unfallorganisation und Alarmierung (Rollenspiel Alarmierung üben, Geländespiel mit Alarmierungsübungen)

  • 1. Hilfe (Rollenspiel, Geländespiel zum mit 1.Hilfe-Übungen)

  • Sicherheitsüberlegungen (Siko schreiben mit 15er Team)

Natur und Umwelt

  • Tier- und Pflanzenwelt (Wildpflanzen sammeln, Tee, Salben, Sirup etc. zubereiten, Schnitzeljagd mit Tierspuren, Waldspaziergang mit dem Förster)

  • Umweltschutz im Lager (Recyclingspiel, Geländespiel zum Thema, Fötzeln)

  • Wetter- und Sternkunde (Geschichten zu Sternbildern, Sternbilder erkennen, Nachtspaziergang, Wettermemory, Meteo-TV)

  • Übermittlungstechniken (Morsen, Geländespiel, Schnitzeljagd, Verfolgungsjagd, Rauchzeichen)

  • Feuer machen (Feuer machen mit versch. Hilfsmitteln, Kochen über dem Lagerfeuer inkl. Pionierbauten zum Kochen z.B. Pizzaofen, Backofen, Grubenfrass, Heisser Stein)

Seil- und Lagerbau

  • Biwakbau (Hike, Geländespiel mit Übernachtung)

  • Iglubau

  • Material- und Ausrüstungskunde (J+S-Material versorgen, Rollenspiel „Wanderausrüstung“)

  • Materialpflege (J+S-Material reinigen, Schuhe putzen)

  • Erstellen und Abbau von Pionierbauten (Bauten zum Kochen, Sauna)

  • Seil- und Knotenkunde (Brett mit Beispielknoten herstellen, Knoten lernen, Geländespiel m. Aufträgen zur Seil- und Knotenkunde)

  • Seilbahnen (Erstellen, Abbau und Benützung)

  • Seilbrücken (Erstellen, Abbau und Benützung)

  • Abseilen (Erstellen, Abbau und Benützung)

 

Lagerplatz / Lagerhaus / Umgebung

  • Einrichten von Lagerplatz / Lagerhaus / Umgebung (Beschilderung, Gruppenzelte/Zimmer einrichten und dekorieren (Vorzelte, Umzäunungen, Schuhgestelle etc.)

  • Abbau

  • Erstellen von Einrichtungen für das Lagermotto (Hausdekoration, Utensilien/Bauten für Motto)

  • Erstellen von Spielplatzeinrichtungen und Sportgeräten (Fussballtore, Basketballkörbe, Volleyballnetz, Hollywood-Schaukel, Hängematte, Waldsofa, Zwergenhäuschen bauen, ...)

Prävention und Integration

  • Aktivitäten, welche der Prävention und der Integration dienen und die Kompetenzen den Teilnehmenden in diesem Bereich fördern (Theater zu Präventions- und Integrationsthemen, Kommunikationsspiele, Fairplayspiele, Gruppendynamische Spiele, Lagerregeln, Gesund Kochen, Aufnahmeritual der jüngsten Kinder...)

  • Weitere Ideen: Voilà-Kantonalprogramme


Anmerkungen zur Lageraktivität

Es muss nicht zwingend jeden Tag einen Block LA stattfinden. Zum Beispiel kann nach einer 4-stündigen Wanderung, die über zwei Tageseinheiten verteilt ist, weiterhin ein Entspannungsabend geplant werden, dieser wird jedoch nicht als LA, sondern als übriges Lagerprogramm (LP) bezeichnet. Es gibt also keine Aktivitäten, die nicht mehr durchgeführt werden dürfen. Gewisse Themen werden jedoch nicht mehr als J+S-Aktivitäten angerechnet.

Nach der Definition darf man:

  • Einrichtung und Abbau Lagerplatz als LA anrechnen

  • auch weiterhin den obligatorischen Block zum Thema Kartenlesen/Orientieren und Seil- und Lagerbau als LA durchführen.

 

Nicht zur Lageraktivität (LA), aber zum allgemeinen Lagerprogramm (LP) gehören z.B.:

  • allgemeine Kreativateliers, Bastelworkshops

  • Entspannungsblock

  • Spielabend, Quizblock, Bunter Abend

  • Singen am Lagerfeuer (Feuer machen, Spiele am Feuer à J+S-Aktivität)

  • Lagergottesdienst, Besinnung

  • Lagerhaus putzen

  • Theaterblock ohne spezielles LA-Thema (möglich zum Thema Prävention/Integration oder Vermittlung von Inhalten im Bereich Natur und Umwelt, Sicherheit oder Outdoortechnik)


Lageraktivitäten für Kinder

Prezi Lageraktivitäten für Kinder:



Wie plane ich eine sinnvolle, spielerische und praxisnahe Lageraktivität?

«Wieso eine Lageraktivität planen, wenn man auch einen Sportblock machen könnte?», fragst du dich, oder «Wieso nicht einfach die Lageraktivität übernehmen, welche ihr schon jedes Jahr gemacht habt?». Weil die Möglichkeiten für Lageraktivitäten so vielfältig sind wie die Optionen für Lagermenüs. Weil Lageraktivitäten spielerisch und praxisnah sein können und sollen – und keine theoretischen Schulstunden. Und weil Lageraktivitäten das sind, was du aus ihnen machst! Zusammengefasst: Lageraktivitäten bereichern dein Lagerprogramm und bieten dir die Möglichkeit, deine Kreativität auszuleben. Mit diesem Blog helfen wir dir auf dem Weg zu deiner neuen Lieblings-Lageraktivität.


1. Rufe dir in Erinnerung, was eine Lageraktivität ausmacht

Am schnellsten geht das mit dem folgenden Video, welches dir in 3 Minuten und 34 Sekunden erklärt, was Lageraktivitäten sind, welche Ziele sie innerhalb der Sportart Lagersport/Trekking verfolgen und was dabei wichtig ist:

Bei einer Lageraktivität lernen die Kinder etwas. Es steht jedoch nicht die Vermittlung im Zentrum, sondern der spielerische Erwerb und das entdeckende Lernen. Lageraktivitäten sollen also spielerisch und praxisnah sein und die aktive Teilnahme aller Kinder und Jugendlichen erfordern. Dazu muss das Programm dem Alter der Teilnehmenden angepasst sein.


2. Kläre die Rahmenbedingungen

Bevor du mit der Planung der Lageraktivität beginnst, sollst du dir über die Voraussetzungen im Klaren sein. Einige Rahmenbedingungen kannst du bestimmen, andere sind gegeben. So oder so haben sie einen Einfluss auf die Lageraktivität.

  • Für welche Altersstufe planst du den Block? Die Jüngsten? Die Ältesten? Kindersport? Jugendsport? Gemischt?

  • Wie gross ist die Gruppe? Eine kleine Altersgruppe mit 5 Teilnehmenden? Ein Lager mit 30 Teilnehmenden? Oder gar ein grosses Lager mit über 80 Kindern?

  • Wo findet das Programm statt? Auf dem Lagerplatz draussen? Im Lagerhaus drinnen? Vor dem Haus? Oder vielleicht unterwegs?

  • Zu welcher Zeit führt ihr das Programm durch? Am Morgen noch müde, nach dem Mittag bei starkem Sonnenlicht oder am Abend bei Dunkelheit?

  • Wie lange dauert die Aktivität? Zwei Stunden? 45 Minuten? Zur Info: Die Mindestdauer für eine J+S-Aktivität beträgt 30 Minuten.

Alle diese Rahmenbedingungen haben einen Einfluss auf die weitere Planung. Beachte sie dabei. In der Vorlage zur Planung einer Lageraktivität beantwortest du diese deshalb als Erstes.


3. Entscheide dich für einen Themenbereich

In Lagersport/Trekking kennen wir sechs Themenbereiche der Lageraktivitäten – natürlich lassen sich diese teilweise auch kombinieren:

  • Outdoortechniken

  • Sicherheit

  • Natur und Umwelt

  • Seil- und Lagerbau

  • Lagerplatz/Lagerhaus/Umgebung

  • Prävention und Integration

In der Definition von J+S-Aktivitäten findest du Beispiele zu den einzelnen Themenbereichen. Für Lageraktivitäten mit Kindern zwischen 5 und 10 Jahren bietet dir diese Präsentation einen Überblick.

Wieso nicht mal was Neues wagen und einen Themenbereich ausprobieren, dem ihr euch noch nicht so oft zugewendet habt?


4. Was sollen die Teilnehmenden in der Lageraktivität lernen?

Diese Frage soll zwar nicht im Vordergrund stehen, aber sie ist Teil einer Lageraktivität. Schliesslich sollen Lageraktivitäten dazu beitragen, dass sich Kinder und Jugendliche in der Natur und im Lager zurechtfinden. Sie ermöglichen den Erwerb von Fachwissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Das müssen keine hochgesteckten Ziele sein und du darfst klein beginnen. Die jüngsten begegnen im Lager zum ersten Mal einer Blache. Dabei können sie lernen, dass diese wasserdicht sind und wie man sie knüpft. Oder den sicheren Umgang mit dem Sackmesser. In einer anderen Lageraktivität lernen sie ihre Sinne besser kennen. Oder spielerisch über ihre Emotionen zu reden.

Die älteren Kinder lernen, wie man eine Feuerstelle einrichtet, um darauf zu kochen. Oder bei einer Schnitzeljagd den Kompass zu bedienen. Und das nächste Mal dann verschiedene Knoten beim Bau einer Hollywoodschaukel. Oder bauen unter fachkundiger Begleitung eine Seilbrücke.


5. Und jetzt das Wichtigste: Wie gestaltest du das Ganze?

Klicke auf die einzelnen Eigenschaften, um mehr zu erfahren.

Wir sind in der Jubla, nicht in der Schule. Wir lernen für’s Leben – und möchten dabei Spass haben. Mit einem Mottobezug und einem roten Faden durch die Lageraktivität kannst du viel bewirken. Ob du startest mit «So, mer mached jetzt en Lageraktivität und lehred Charte läse» oder verkleidet als Pirat, mit einer Schatzkarte in der Hand und einem Hut auf dem Kopf «Wer begleitet mech ond mini Crew ufne Reis und hilft mit, de verlorni Schatz vo de Pirate z’gfende?» macht schon einen gewaltigen Unterschied.
Anwenden heisst das Zauberwort. In der Jubla lernen wir durch Erlebnisse und durch das Sammeln von Erfahrungen. Wer erinnert sich nicht an sein erstes Biwak oder das erste Mal Abseilen? Besser ein Biwak aufbauen, statt die Eckdaten einer Blache auswendig lernen. Besser mit einem Kroki einen Schatz suchen, statt Signaturen lernen. Besser ein gruppendynamisches Spiel durchzuführen, statt nur darüber zu sprechen.
Die Bedürfnisse und der Entwicklungsstand der jüngsten und ältesten Teilnehmenden unterscheiden sich erheblich. Es braucht zum einen altersspezifische Aktivitäten, um den Bedürfnissen aller gerecht zu werden. Und zum anderen dürfen bei gemeinsamen Aktivitäten die Jüngsten nicht über- und die Ältesten nicht unterfordert werden: Hier kannst du inhaltlich differenzieren und z.B. unterschiedlich anspruchsvolle Posten für die verschiedenen Altersgruppen oder unterschiedliche Aufgabenstellungen vorbereiten (z.B. bei Erster Hilfe). Auch kannst du methodisch differenzieren, indem beispielsweise in altersgemischten Gruppen die ältesten Teilnehmenden Verantwortung für die Gruppe übernehmen oder den jüngeren etwas beibringen. Mehr zu den einzelnen Altersstufen: schub.schar, S. 18/19
Hier stellt sich die Frage, wie du die Lageraktivität gestaltest und wie die Teilnehmenden dabei etwas lernen können. Dazu gibt es verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten, folgend nur einige mögliche Ideen. Die methodischen Grundformen können in den Arrangements enthalten sein, du darfst frei kombinieren. Methodische Grundformen Darbieten: Etwas erzählen, berichten erklären oder vorlesen. Die anderen haben dabei wenig Möglichkeiten, aktiv zu werden, deshalb keine Lageraktivität damit ausfüllen. Vorzeigen und Nachmachen: Die Leitenden zeigen ein bestimmtes Verhalten (z.B. Knoten) vor, das die Teilnehmenden durch Nachahmung und Übung lernen. Diskussion: Austausch von Erfahrungen oder Meinungen. Die Leitenden übernehmen die Gesprächsleitung und beziehen alle mit ein, regen das Gespräch an. Handelndes Lernen: Die Teilnehmenden lernen durch den handelnden Umgang mit realen Gegenständen. Durch das konkrete Tun beginnen sie zu begreifen. Beispielsweise können sie Material (z.B. Holz, Zeitung, Zündhölzer) und einen Auftrag (Feuer machen) erhalten und frei handeln und experimentieren. Entdeckendes Lernen: Die Teilnehmenden suchen, finden und überprüfen Annahmen selbstständig (z.B. welches Brennmaterial erzeugt am wenigsten Rauch?). Dabei können auch Fragen der Teilnehmenden untersucht werden. Eignet sich z.B. im Themenbereich Natur und Umwelt. Rollenspiel: Die Teilnehmenden spielen vorgegebene oder selbstbestimmte Situationen nach. Dabei kann eine Situation verdeutlicht (z.B. Regeln im Umgang mit Werkzeugen) oder eine soziale Verhaltensweise (z.B. Fairplay) erworben werden. Methodische Arrangements  Werkstatt: Die Teilnehmenden können selbstständig wählen, welche Angebote sie besuchen. Das Material dafür steht zur Verfügung, einzelne Teile können von Leitenden betreut sein, andere nicht. Die Teilnehmenden können begreifen, entdecken, erleben, spielen, handeln, üben. Projekt: Die Gruppe hat ein gemeinsames Ziel innerhalb eines vorgegebenen Rahmens (z.B. Aufbau einer Hängematte im Wald mit J+S-Material). Die Gruppe plant das Vorgehen und arbeitet handlungsorientiert auf das Ziel hin. Postenarbeit: Die Teilnehmenden absolvieren mehrere Posten mit verschiedenen Themen in Kleingruppen. Interessensgruppen: Die Teilnehmenden schliessen sich zu Interessensgruppen zusammen und bearbeiten ein Thema, welches die ganze Gruppe interessiert. Wettbewerb: Die Teilnehmenden müssen eine Aufgabe nach bestimmten Kriterien lösen. Sie arbeiten in den Gruppen sozial und kooperativ zusammen, im Anschluss werden die Ergebnisse einer Jury präsentiert. Mehr zu Gestaltungsmöglichkeiten: J+S-Broschüre LS/T Grundlagen, S. 26 – 29 

Fertig!

Nun fehlt nur noch die Durchführung. Viel Spass dabei!

Die besten spielerischen und praxisnahen Lageraktivitäten dürfen gerne an ausbildung@jubla.ch gesendet werden, sodass wir diese auch anderen zur Verfügung stellen können.


Weitere Hilfestellungen und Inspirationsquellen


Weitere Infos

Loading...