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Schritte der Förderprozessplanung
Bei der Planung werden verschiedene Prozessschritte berücksichtigt. Einige davon werden von allen Kursarten eingehalten, andere können pro Kurs spezifisch eingeplant und berücksichtigt werden. Die Grenze zwischen verbindlichen Schritten und solchen, die kursspezifisch verwendet werden, ist fliessend. Die Anpassung der Schritte an die individuelle Kurssituation ist wichtig.
Bei der Entscheidung, was im Kurs umgesetzt werden muss und was nicht, orientiert sich die Kursleitung am besten an den geltenden Rahmenbedingungen.
Die Kurshauptleitung bleibt immer verantwortlich für den ganzen Prozess. Die verschiedenen Aufgaben können auf die Kursleitenden aufgeteilt werden.
Beispiel Förderprozessgestaltung
In einem GLK lohnt es sich, mindestens zwei Gespräche mit den Teilnehmenden zu führen. Eines, um Ziele, die im Kurs noch erreicht werden müssen, zu definieren, sowie eines am Ende des Kurses, in welchem der Entscheid bezüglich der Qualifikation mitgeteilt sowie in die Zukunft geblickt wird. In einem MF gibt es am Ende des Kurses evtl. ein kurzes Gespräch, in welchem Rückmeldungen gegeben und abgeholt werden. Wann, wie viele und ob Gespräche durchgeführt werden, entscheidet die jeweilige Kursleitung.
- 1 Prozessplanung
- 2 Förderung in der Kursleitung
- 3 Schwerpunkte
- 4 Werkzeuge
- 5 Austauschgefässe festlegen
- 6 Prozessüberprüfung
- 7 Information der Teilnehmenden
- 8 Förderung unter den Teilnehmenden
- 9 Selbsteinschätzung der Teilnehmenden
- 10 Förderziele festlegen
- 11 Teilnehmende begleiten
- 12 Beobachtungen machen
- 13 Fördergespräche führen
- 14 Qualifikationsentscheid
- 15 Administration erledigen
- 16 Förderprozess auswerten
Prozessplanung
Nachdem sich die Kurshauptleitung einen Überblick über die Planung des Förderprozesses verschafft hat, plant sie das Vorgehen mit der Kursleitung. Dazu überlegt sie sich, welche Rahmenbedingungen für den Kurs gelten (Ausbildungskonzept), welche Erfahrungen und welches Wissen die Kursleitenden mitbringen und wie die einzelnen Aufgaben verteilt werden können. Die Prozessplanung startet schliesslich gemeinsam mit der Kursleitung, z. B. an einer Sitzung. Die Prozessplanung verfolgt zwei Absichten:
Wissensstand innerhalb der Kursleitung sicherstellen
Die Kursleitung kennt die Grundhaltung der Jubla zum Thema «Fördern und qualifizieren».
Die Kursleitung kennt die Vorgaben ihrer Kursstufe bezüglich der Förderung und Qualifikation.
Die Kursleitung tauscht eigene Erfahrungen und Erwartungen aus.
Weiteres Vorgehen festlegen
Die Kursleitung bestimmt die Umsetzung der einzelnen Prozessschritte.
Die Kursleitung entscheidet, wer die Verantwortung für die einzelnen Prozessschritte trägt.
Förderung in der Kursleitung
Bei der Planung des Förderprozesses wird auch die Kursleitung berücksichtigt. Gemeinsam wird die Handhabung der gegenseitigen Förderung festgelegt:
Fördern wir uns gegenseitig?
Wie sieht die Umsetzung davon aus?
In welchen Bereichen fördern wir uns?
Die Förderung kann sämtliche Bereiche betreffen, die zum Leiten eines Kurses relevant sind. Zum einen ist dies das Wissen, das mit den anderen geteilt wird. Andererseits können die eigenen Fähigkeiten mit persönlichen Zielsetzungen und durch Rückmeldungen aufgrund von Beobachtungen weiterentwickelt werden.
Mit gutem Beispiel vorangehen
Erzählt und zeigt den Teilnehmenden, dass auch ihr euch gegenseitig Rückmeldungen gebt und euch so weiterentwickelt. Gewissen Teilnehmenden fällt es dann leichter, sich auf den Förderprozess einzulassen.
Schwerpunkte
Es lohnt sich, wenn sich die Kursleitung zu Beginn der Kursplanung Schwerpunkte zur Umsetzung des Förderprozesses setzt. Bei der Festlegung von Schwerpunkten sollte darauf geachtet werden, dass das Fördern als Prozess gewährleistet ist. Für den Förderprozess kann sich das Team z. B. vornehmen, dass es einen Selbsteinschätzungsbogen überarbeiten oder Beobachtungskriterien verfeinern möchte, dass alle den gleichen Leitfaden für die Gespräche anwenden oder dafür, wie mit den Teilnehmenden am Schluss des Kurses der Förderprozess ausgewertet wird.
Werkzeuge
Die Kursleitung bestimmt, welche Hilfsmittel (Werkzeuge) im eigenen Kurs in welchem Rahmen genutzt werden. Dabei können folgende Fragen helfen:
Welche Hilfsmittel verwenden wir bei welchem Prozessschritt?
Müssen einige Hilfsmittel neu erarbeitet oder überarbeitet werden?
Wann und wie erlernen wir den Umgang damit?
Insbesondere für Kursleitende mit wenig Leitungserfahrung ist es hilfreich, wenn die Hilfsmittel erklärt werden und der Umgang damit geübt wird. Auch für Teilnehmende ist z. B. der Umgang mit einem Selbsteinschätzungsbogen nicht selbstverständlich. Es lohnt sich, dies in der Information an die Teilnehmenden zu berücksichtigen.
Austauschgefässe festlegen
Schon vor dem Kurs empfiehlt es sich, im Team festzuhalten, wann Sitzungen und andere Austauschgefässe zum Förderprozess stattfinden. Ebenfalls muss klar sein, was jeweils besprochen wird, damit die Kursleitenden sich vorbereiten und z. B. Beobachtungen zusammentragen können.
Vor allem in Kursen mit vielen Teilnehmenden, die alle qualifiziert werden müssen, ist es wichtig, sich die Form der Sitzungen zu überlegen und klar definierte Zeiten für den Ablauf zu planen.
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6.3 Fördergefässe
Prozessüberprüfung
Um gewährleisten zu können, dass der Förderprozess umgesetzt werden kann, wird dieser von Zeit zu Zeit überprüft. Bereits bei der Planung des Prozesses lohnt es sich, dazu Zeitpunkte festzulegen.
Sinnvoll ist eine Überprüfung vor dem Kurs und eine während des Kurses. Damit wird kontrolliert, ob alle Prozessschritte umgesetzt werden können.
Auch muss das Kursprogramm mit dem Förderprozess abgeglichen werden, z. B. im Bezug darau, ob alle Kompetenzen in den Programmblöcken beobachtet werden können oder ob dahingehend noch etwas geändert werden muss.
Information der Teilnehmenden
Beim Start des Kurses werden die Teilnehmenden über den Förderprozess informiert. Sie wissen danach, was auf sie zukommt, wie sie gefördert werden, wie sich die Qualifikation ergibt, wann sie selbst aktiv werden usw. Dies gibt den Teilnehmenden Halt und Orientierung.
Wortwahl
Die Teilnehmenden sollen durch die Information nicht eingeschüchtert werden, aber transparent über den Förderprozess informiert sein. Wähle dazu eine angemessene Sprache. Helfen kann, wenn du dich bei der Information an den Rahmenbedingungen des Kurses orientierst und so erklärst, was wie ablaufen wird.
Die Information unterscheidet sich je nach Kurs art in Form, Art und Weise. Folgende Punkte müssen dabei berücksichtigt werden:
Die Teilnehmenden kennen die Kursziele
Die Teilnehmenden wissen, wie der Förderprozess gestaltet wird (Gespräche, Beobachtungen, Schwerpunkte, wer fördert wen usw.).
Die Teilnehmenden kennen die Anforderungen, die an sie gestellt werden (Selbsteinschätzung, Zielformulierung, gegenseitiges Fördern).
Die Teilnehmenden kennen die Qualifikationsrichtlinien, um diesen Kurs zu bestehen.
Die Teilnehmenden kennen die Erwartungen der Kursleitung.
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3.5 Kurskommunikation