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Resilienz in der Jubla – Was ist das? Wie geht das?
In der Fachgruppe Gesundheitsförderung & Prävention setzen wir uns mit folgenden Fragen auseinander: Wie kann im Rahmen von Jungwacht Blauring die psychische Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen gestärkt werden? Was tut die Jubla zur Förderung der Resilienz? Als erstes soll vorweg der Begriff «Resilienz» erklärt werden.
Was bedeutet Resilienz?
Unter «Resilienz» verstehen wir so etwas wie Stärke oder Widerstandskraft. «Resilienz» kann bildlich gesprochen als eine Art «Schutzschild» oder als «Immunsystem» für die psychische Gesundheit verstanden werden. Es bedeutet, dass wir ausreichende Fähigkeiten, Kräfte und soziale Unterstützung haben im Umgang mit Belastungen und mit stressigen Lebenssituationen. Das Gegenteil davon wäre etwa Verletzlichkeit, Verwundbarkeit, fehlender Schutz und fehlender Support durch das soziale Umfeld. Zur Resilienz zählen charakterliche Stärken und erlernte Strategien im Umgang mit Problemen und damit verbundenen Emotionen (wie Ängste, Hilflosigkeit oder Ohnmacht).
Zur Resilienz zählt insbesondere auch die Unterstützung durch Freunde, Familie oder Fachpersonen, welche eine Hilfe sind in der Bewältigung von herausfordernden Situationen. Resilienz ist nicht einfach angeboren und damit nicht fix in Stein gemeisselt. Sondern Resilienz wird im Laufe der Zeit und im Kontakt mit anderen Menschen fortlaufend trainiert und gestärkt. Die Jubla bietet tolle Voraussetzungen, dass sie – unter guten Bedingungen – sehr viel zur Stärkung der Resilienz ihrer Mitglieder beitragen kann. Resilienz kann nämlich auch verstanden werden als «Waage», bei der die eine Seite der anderen Seite (mindestens) das Gleichgewicht hält.
Den Stressoren die Waage halten, damit das Fass nicht überläuft…
Wenn wir genügend Ressourcen haben auf der einen Seite der Waage, um die Stressoren (Belastungen) auf der anderen Seite die Waage zu halten, so besteht ein ausreichendes Gleichgewicht. Es ist dann möglich, die anstehenden Herausforderungen mit den vorhandenen Ressourcen zu bewältigen. So erleben wir Probleme im Nachhinein als Erfolgserlebnis, das uns das Selbstvertrauen und den Selbstwert stärkt.
Ist die Waagschale mit den Stressoren (Belastungen) zu schwer beladen und fehlen in der Waagschale auf der anderen Seite die Ressourcen, so kippt das Gleichgewicht und es droht sprichwörtlich «das Fass zu überlaufen». Es entsteht sozusagen ein psychisches Ungleichgewicht, wir fühlen uns überfordert und gestresst. Zu allfälligen Stressoren zählen beispielsweise Trennungen, nicht bestandene Prüfungen, ein Lehrstellenverlust, ein Unfall, das Erleben von Ausgrenzung und Diskriminierung, Schockerlebnisse, Einsamkeit, Krankheiten, Erfahrungen von Gewalt (sei es körperlich, emotional, verbal und/oder sexualisiert), aber auch Vernachlässigung und grundsätzlich jede Form von wochen- und monate-lang andauerndem Stress.
Psychische Probleme entstehen meist dann, wenn mehrere Stressoren zusammenkommen, uns über längere Zeit belasten und wenn die Ressourcen zur Bewältigung nicht ausreichen. Es lohnt sich daher, präventiv an möglichst vielen Stellen die Resilienz zu fördern – sei es in den Schulen, innerhalb der Familie oder in den Freizeitverbänden – Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene profitieren ein ganzes Leben lang davon.
Auf welche Weise können wir in der Jubla zur Stärkung von Resilienz beitragen?
Die Jubla bietet bereits vieles an, was potenziell für eine gute Resilienz und damit für die psychische Gesundheit förderlich ist: Jungwacht Blauring bieten unter guten Umständen ein Ort der Lebensfreu(n)de. Hier können tragende und vertrauensvolle Freundschaften entstehen. Die Jubla bietet Raum für freies Spiel, für Kreativität und viele Gelegenheiten zum Mitwirken. Damit werden etwa soziale, kommunikative, handwerkliche, organisatorische Fähigkeiten gestärkt. In der Jubla üben wir Konflikte konstruktiv auszutragen. Tolle Erlebnisse in der Jubla können den Selbstwert stärken und den Zusammenhalt in der Gruppe fördern.
Die Jubla ist im Vergleich zu Schule und Arbeit ein relativ leistungs- und bewertungsfreier Raum. Es ist ein Ort, wo verschiedene Rollen ausprobiert werden können, wo Neues spielerisch dazugelernt wird und wo man Vorbild sein kann für andere. Wenn wir darüber hinaus noch mehr zur Resilienz beitragen möchten, gibt es hier ein paar weitere Anregungen, auf die wir achten können:
Weitere Infos
Voilà Schweiz
Voilà ist das Programm zur Gesundheitsförderung und Prävention in Kinder- und Jugendverbänden.
Limita
Fachstelle zur Prävention sexueller Ausbeutung
Swiss Olympic
Wir sind Partner*in von Swiss Olympic und haben auch das Ethik-Statut mit der Ethik-Charta in unseren Statuten verankert.
Swiss Sport Integrity
Bei einem Verdacht oder Vorfall soll zur Klärung der Lage externe Hilfe in Anspruch genommen werden. Die Meldestelle von Swiss Sport Integrity steht allen Personen offen, die eine Meldung über mögliche Ethikverstösse oder Missstände machen wollen – auch in anonymer Form! Die Unabhängigkeit der Stiftung garantiert eine vertrauliche Behandlung und konsequente Aufarbeitung der Meldungen.
Jugend + Sport - Prävention
Jugend+Sport setzt sich für die Prävention und Gesundheitsförderung ein und bietet verschiedene Module unter Hilfsmittel an.
Beratungsstelle für Unfallverhütung
Das Kompetenzzentrum forscht und berät rund um Unfallverhütung.
Gesundheitsförderung Schweiz
Das Bundesamt für Gesundheit fördert mit dem Programm verschiedene Massnahmen zur Förderung der Gesundheit und zur Verhütung von Krankheiten.
Janine Bucher, Mitglied Fachgruppe Gesundheitsförderung & Prävention, eidgenössisch anerkannte Psychotherapeutin,Fachpsychologin für Psychotherapie FSP
Jun 30, 2025